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Auf dem Weg zur Apokalypse (2005-2143)
Der zweite Aufstieg (2144-2557)
Die moderne Zeit (2558-2750)
Dome of York: Der zweite Krieg

- Der zweite Aufstieg (2144-2557) -
2144-2400
Aufgrund der durch äußere Einflüsse herbeigeführten tektonischen Aktivität verändert sich die Erdoberfläche innerhalb weniger Jahrhunderte gravierender, als unter normalen Umständen innerhalb von Jahrtausenden. Der nordamerikanische Kontinent treibt nach Osten ab, während Europa sich von Asien entfernt. Afrika und Südamerika sind größtenteils im Meer versunken, doch Ostafrika ist nach Norden getrieben und kollidiert dort mit Südasien.Aus den Wenigen, die den Krieg, die Radioaktivität und die daraus entstandenen Naturkatastrophen überlebt haben, entsteht eine neue Menschheit. Gestählt durch den ständigen Kampf ums Überleben und durch die Überwindung überwältigender Naturkräfte erstarkt, bilden sich überall auf der Erde kleine Gruppen und Stämme, während der Planet langsam zur Ruhe kommt.Die Erde befindet sich jetzt in einer der frühen Eisenzeit vergleichbaren Phase. Zwar konnte ein wenig Weisheit über die Generationen weitergegeben werden, doch gibt es keinerlei Infrastruktur, die das Wissen nutzbar machen könnte. Ab und zu tauchen technische Geräte in den Trümmern auf, doch niemand weiß, wie man sie repariert. Nur selten kennt ein Stamm die Funktion eines Gerätes, das dann wie ein Idol verehrt und geschützt wird. Die meisten Menschen ernähren sich von Ungeziefer, anderen Kleintieren und Pflanzen.

2480
Einige Stämme beginnen, untereinander Handel zu treiben. In Gebieten geringerer Radioaktivität betreiben Stämme Ackerbau und Viehzucht. In den noch immer stark verseuchten Regionen wird Metall verarbeitet. Die Einwohner jener Gebiete haben im Lauf der Generationen größere Widerstandskraft gegen Strahlung entwickelt.

2500
Wenige, vereinzelte Gruppen gewinnen aus Wasser- und Windkraft elektrischen Strom und treiben damit primitive technische Einrichtungen an. Doch gibt es keine allgemeine Energieversorgung.

2510
Die Gesamtbevölkerung der Erde beträgt nun ungefähr 800.000 Menschen, von denen 75% in der nördlichen Halbkugel leben. Schon vor langer Zeit hat sich die Erinnerung an den nur wenige Stunden dauernden dritten Weltkrieg in manchen Stammessitten und Ritualen niedergeschlagen. In einigen Stämmen sprechen die Menschen vom „reinigenden weißen Licht“, andere erwähnen die Feuer der Apokalypse und wieder andere glauben an den Atem des Teufels, der die Erde heimgesucht und die Menschen aus dem Paradies verjagt hat.

Obwohl die Erinnerung an die Katastrophe in Sitten und Ritualen weiterlebt, sind gewisse Stämme nicht auf Ackerbau und Viehzucht spezialisiert, sondern auf die Kunst der Kriegsführung. Sie überfallen wohlhabende Stämme, um deren Besitz an sich zu bringen, und bieten ihre Kampfkraft schwächeren Stämmen an, was es diesen ermöglicht, mit unfreundlichen Nachbarn abzurechnen.

2520
Zwei Kriegerstämme mit starken Anführern erlangen besonderes Ansehen: der Stamm des Crahn und der Stamm des Thor. Beide durchstreifen die verseuchte Erde auf der Suche nach Reichtum und Macht. Während Thors Leute den Nordwesten des namenlosen neuen Erdteils durchwandern, hat Crahns Stamm den Osten des Erdteils zu seinem Gebiet erklärt. Im Lauf der Jahre wachsen beide Stämme und gewinnen erheblichen Einfluss.

2523
Auf der Suche nach Mineralien entdeckt ein Suchtrupp Crahns einen unter Felsen begrabenen Höhleneingang. Zehn Mann beginnen mit der Freilegung des Eingangs. Nach viertägiger Arbeit entdecken sie einen weitläufigen Gang von der Größe einer Kathedrale, der tief in den Berg hinein führt. Zu ihrer Überraschung begegnen sie tief in der Höhle anderen Menschen.

Diese Gruppe lebt seit Generationen völlig isoliert von der Außenwelt im Berg. Schon vor Jahrhunderten haben ihre Vorfahren in den Höhlen Zuflucht vor den feindlichen Naturkräften gesucht. Durch den verschütteten Höhleneingang war der Weg nach draußen abgeschnitten. Ein unterirdischer Fluss versorgte die Menschen mit Wasser und Nahrung und sie lebten jahrhundertelang in den riesigen Höhlen des Gebirgsmassivs.

Ihre Haut besitzt so gut wie keine Pigmentierung, die Höhlenbewohner sind mager und von dünner Statur. Ihre Köpfe sind kahl und sie haben große, schwarze Augen, in denen fast kein Weiß mehr zu sehen ist. Sie sprechen nicht und scheinen fast blind zu sein.

Als einer der Krieger einem Höhlenbewohner zum Spaß auf den Kopf schlägt, müssen seine Kameraden mit ansehen, wie er von unsichtbaren Händen Drei Meter hoch in die Luft gehoben wird, bevor er von innen heraus explodiert. Die Augen der Höhlenbewohner glühen während des Vorfalls rot.

Von nun an werden die Höhlenbewohner mit großem Respekt behandelt. Man führt sie zu Crahn, der von ihnen fasziniert ist. Er sieht voraus, dass sein Stamm eines Tages aus den Kräften dieser Leute große Vorteile ziehen wird und nimmt die Höhlenbewohner in seinen Stamm auf.

Obwohl sie das Sprechen sehr schnell lernen, bleiben die Höhlenbewohner meist unter sich. Da sie telekinetische PSI-Kräfte besitzen, nennen die anderen Stammesmitglieder sie Psi-Mönche.

2525
Der Stamm des Thor und der des Crahn treffen am Meer der Stille, in der Mitte des neuen Erdteils, aufeinander. Beide Stämme beanspruchen das westliche Ufer für sich, was zu einer erbitterten Schlacht führt. Crahns Leute obsiegen dank der Hilfe der PSI-Mönche. Thors Leute flüchten vor Crahns Truppen und ziehen sich weiter in den Westen zurück.

2527
Aufgrund der PSI-Kräfte, die ihm nun zur Verfügung stehen, hält Crahn sich für unbesiegbar und verfolgt Thors Truppen. Er kommt bis nach Jeriko, der Heimatstadt von Thor und dessen Leuten. In einer blutigen Schlacht wird Thors Stamm bis auf wenige tausend Mann dezimiert. Crahn lässt ein Gefangenenlager für sie errichten, wo sie zu Schwerstarbeit gezwungen werden. Eines Nachts gelingt Thor und etwa fünfzig weiteren Gefangenen die Flucht aus den Ruinen der Stadt, über die er einst herrschte. Sie fliehen nach Westen, zum Stamm des Ceres. Thor und Ceres waren zwar nie Verbündete, haben einander jedoch stets toleriert. Ceres nimmt die erschöpften Männer in seinen Stamm auf. Im Wissen, dass Crahn nun eine beträchtliche Bedrohung darstellt, bietet er Thor ein Bündnis an.

Das Gebiet um Jeriko, der ehemaligen Heimat von Thors Leuten, ist nur minimal strahlenverseucht und liegt in strategisch günstiger Position auf einer Anhöhe über einer Flussmündung. Die PSI-Mönche schlagen Crahn vor, über den Ruinen von Jeriko eine mächtige Festung zu errichten und so seine Macht zu festigen. Der eitle Crahn stimmt zu. Er erklärt den Bau der Festung zum Beginn einer neuen Ära und gibt ihr den Namen Neocron (Griechisch: neo = neu, Kronos = Zeit).

2533
Sechs Jahre später ist Jeriko verschwunden. Wo einst der Stamm des Thor lebte, erhebt sich jetzt die mächtige Festung einer neuen Ära, Neocron. Sie wird von Crahn und den PSI-Mönchen beherrscht.

2545
Thor und Ceres erfahren eines Tages von der Ankunft eines Wanderers namens Mecando. Ihre Neugier ist geweckt und sie besuchen den Außenposten, um Mecando kennen zu lernen. Der alte Mann erzählt ihnen von den kleineren Stämmen und ihren Errungenschaften, von Heldentaten und Tragödien ... und auch von Neocron, der riesigen Festung, in der ihm niemand Zuflucht gewährt hat.

Als Mecando, Ceres und Thor eines Abends beisammensitzen, fragt Mecando Ceres nach dem Ursprung seines Namens. Ceres antwortet, dass seine Leute einst eine Expedition in den Norden des neuen Kontinents unternahmen. Sie drangen in ein sehr kaltes, unwirtliches Gebiet vor. Je weiter sie nach Norden kamen, desto mehr Männer erfroren und verhungerten. Als sie schließlich beschlossen, die Expedition abzubrechen, entdeckten sie das Grab eines gewaltigen Kriegers. Ein mächtiger Felsüberhang verbarg den Eingang und riesige Stahltore versiegelten das Grab. Nur eine schwarze Granittafel war nach außen sichtbar, in die das Wort ‚Ceres’ eingemeißelt war. Als sie die Tafel näher untersuchten, konnten sie außerdem die Worte ‚Weisheit ... Macht ...’ und ‚... Wissen ...’ entziffern. Der Rest der Inschrift war im Lauf der Zeit ausgelöscht worden. Ceres nahm an, dass ein mächtiger Stammesführer hier begraben lag und da das Grab offensichtlich mehrere hundert Jahre alt war, beschloss er, Ceres zu neuem Ruhm zu verhelfen, indem er seinen Namen annahm. Er hoffte, dass die Götter ihm, wenn er den Namen dieses nordischen Stammesführers der Vergessenheit entriss, die Kraft geben würden, seine Expedition sicher heimzuführen. Und so geschah es auch.

Mecando erzählt, dass ihm der Name ‚Ceres’ schon früher in Geschichten und Mythen begegnet sei. An den genauen Zusammenhang kann er sich aber nicht erinnern. Dennoch bekniet er Ceres, ihn zu dem Grab zu führen. Ceres, der die Gefahren der nördlichen Gebiete allzu gut kennt, sieht keinen Grund, dem Drängen des alten Mannes nachzugeben. Doch Thor ist neugierig geworden und bietet an, eine Expedition zum Grab zu leiten. Ceres’ Warnungen verhallen ungehört und nachdem der Stammesführer ihnen den Weg zu dem angeblichen Grab beschrieben hat, brechen Thor, Mecando und zwölf Männer des Stammes nach Norden auf.

2546
Thors Expedition ist seit fast acht Monaten unterwegs und die Gruppe auf acht Mitglieder geschrumpft, als sie endlich den von Ceres beschriebenen Ort finden. Mecando ist überzeugt, dass sie ins Innere des ‚Grabes’ vordringen müssen, um das Rätsel zu lösen. Die Männer reißen die gewaltigen Stahltore ein und als Thor und Mecando die Tiefen des ‚Grabes’ betreten, ahnen sie, dass nach ihrer Entdeckung nichts mehr so sein wird wie zuvor.

Und so gelangt Ceres’ Volk in den Besitz des gesamten Wissens der Menschheit des 22. Jahrhunderts. Monatelang studieren die Weisen des Stammes das Ceres-Projekt. Sie finden detaillierte Anweisungen zum Bau von Werkstätten, Fabriken und Kraftwerken. Auf Ceres’ Befehl wird ein Tal im Westen abgeriegelt und die Gelehrten seines Stammes beginnen, mit dem neu gewonnenen Wissen zu experimentieren. Mecando wird zum Oberhaupt der Forscher ernannt und Thor testet die neuen Errungenschaften als Erster. Da er den Traum, Neocron einzunehmen und seine unterdrückten Leute zu befreien, nie aufgegeben hat, verlangt er von Mecando, neue Waffen zu entwickeln, mit denen er sein Ziel verwirklichen kann. Gegen Ceres’ Rat lässt sich Mecando von Thor zur Entwicklung neuer Waffen überreden.

2550
Die Entdeckung des Ceres-Projekts bleibt nicht lange vor dem Rest der Menschheit geheim. Crahns Mönche haben inzwischen einen hervorragenden Nachrichtendienst eingerichtet. Viele der intelligentesten und gewandtesten Bürger von Neocron sind vom NSD (Neocron Security Department) angeworben worden. Es gelingt dem NSD, einige seiner Mitglieder in das Ceres-Projekt einzuschleusen, die ihre Information an Crahns Leute weitergeben. Da Crahn weiß, dass seine Leute im Kriegsfall einem solchen technologischen Vorsprung nichts entgegensetzen könnten, befiehlt er den PSI-Mönchen, die Elite der NSD-Spione in die psionischen Techniken einzuweihen. Diese sollen in die Gedanken der Forscher des Ceres-Projektes eindringen.So gelingt es dem Stamm des Crahn tatsächlich, sich einen Großteil des Wissens aus dem Ceres- Projekt anzueignen. Im Anschluss an einen fehlgeschlagenen Versuch, die Ceres-Disks zu stehlen, werden die NSD-Spione enttarnt und hingerichtet. Nach diesem Vorfall ist es nur noch den Mitgliedern des Ceres-Stammes und ihren Freunden gestattet, am Projekt mitzuarbeiten.

2556
Zehn Jahre nach der Entdeckung beschließt Ceres den Bau einer riesigen Stadt in dem noch immer hermetisch abgeriegelten Tal. In dieser Stadt möchte er das von den Ceres-Disks stammende theoretische Wissen in die Praxis umsetzen. Mecando rät, zum Schutz vor der tödlichen Strahlung eine Kuppel aus behandeltem Glas und Stahl über der Stadt zu errichten. Ceres gibt seine Pläne öffentlich bekannt und der Dome of York wird schon vor der Grundsteinlegung zur Legende. Doch auch in Neocron bleiben die Dinge nicht beim Alten: Das Volk des Crahn hat sich das neu erworbene Wissen zunutze gemacht und die Stadt vergrößert. Von Jahr zu Jahr werden die Gebäude grandioser.

2557
Auf dem Sterbebett vertraut Mecando Thor das Geheimnis einer neuen Waffe an. Er nennt sie ‚Energiewaffe’, da sie im Gegensatz zu herkömmlichen Waffen keine feststoffliche Munition verschießt, sondern gebündelte Energie. Mecando lässt Thor auch wissen, dass er bereits einen Protoyp der Waffe gebaut hat und wo er zu finden ist. Thor befiehlt, die Entwicklung der neuen Waffe voranzutreiben. Bis zum Ende des Jahres will er mehrere hundert solcher Waffen an seine Männer verteilen und Neocron angreifen.

Ceres und Thor geraten aufgrund dieses Plans in Streit. Ceres rät Thor, Jeriko und Neocron zu vergessen, aber Thor möchte seine Leute befreien. Ceres droht, ihn und sein Volk zu verlassen, falls Thor den Plan nicht fallen lässt. Doch Thor verspottet Ceres und sagt, dass seine Männer ohnehin die einzigen Krieger seien und dass Ceres’ Stamm ohne ihn wehrlos wäre.
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