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Auf dem Weg zur Apokalypse (2005-2143)
Der zweite Aufstieg (2144-2557)
Die moderne Zeit (2558-2750)
Dome of York: Der zweite Krieg

- Die moderne Zeit (2558-2750) -
2558
Im Frühling wollen Thor und seine Männer sowie einige neue Anhänger aus dem Stamm des Ceres, Neocron einnehmen. Thors Männer sind mit hochwirksamen Handfeuerwaffen ausgerüstet, die schweres Plasma ausstoßen. Die grünleuchtende, konzentrierte Energie entfaltet beträchtliche Zerstörungskraft. Als Thors Männer Ceres’ Stadt verlassen, wissen sie, dass es kein Zurück gibt. Ceres hat ihnen deutlich zu verstehen gegeben, dass jeder, der den Krieg dem Frieden vorzieht, sein Anrecht auf einen Platz in der Gemeinschaft verwirkt.

Die Schlacht von Neocron ist nur von kurzer Dauer. Zwar gelingt Crahn und seiner aus PSI-Mönchen bestehenden Leibwache die Flucht, doch die verbleibenden PSI-Mönche ergeben sich schnell, als ihnen klar wird, dass sie gegen Thors mächtige Energiewaffe keine Chance haben. Thor ist unzufrieden, weil Crahn entkommen ist, doch die Freude und Begeisterung seines befreiten Volkes trösten ihn über seine Enttäuschung hinweg. Überdies empfangen ihn nicht nur seine eigenen Leute mit Jubel, sondern auch Crahns Volk. Es hat ebenfalls schwer unter der grausamen Herrschaft Crahns und seiner Mönche gelitten und hofft nun auf die Einsetzung einer gerechten Regierung – oder zumindest darauf, dass Thor, über den sie viel Gutes gehört haben, eine gerechtere Herrschaft über die Stadt einleitet.

Crahn flieht mit seiner Leibwache in die Wastelands. Auf den Fundamenten einer alten Ruine beginnen sie mit dem Bau eines befestigten Klosters. Ein paar Jahre darauf stirbt Crahn. Seine Leibwächter gründen in der Abtei die Bruderschaft des Crahn. Die Sekte wird im Lauf der kommenden Jahrzehnte zur einflussreichen Glaubensgemeinschaft aufsteigen.

2565
Nach sieben Jahren Wachstum, Gerechtigkeit und Fortschritt unter Thors Regierung findet dieser, dass er nun zu alt sei, um weiterhin über Neocron zu herrschen. Er übergibt die Macht seinem Sohn Regant. Regant möchte Neocron zur mächtigsten, modernsten und größten Stadt der neuen Welt machen.Auch der Bau der Kuppel von York ist beinahe vollendet. Den Erkenntnissen der Ceres- Disks entsprechend ist York wie eine Stadt des 22. Jahrhunderts gegliedert. Als Vorbild für die schützende Kuppel über York hat die Kuppel des ehemaligen Tokio gedient, welche die japanische Hauptstadt schon vor Jahrhunderten vor Strahlung schützte.

Regant ist kein Anhänger des Kuppelbaus. Er ist Schüler von Mecandos Nachfolger Caalron und entwirft Pläne für einen magnetischen Schild, der ohne jede stoffliche Anlage über 50% aller Strahlung reflektieren kann. Regants Konzept hat den Vorteil, dass es die weitere Ausdehnung der Stadt nicht eingrenzt.

2570
Trotz des Magnetschildes leidet die Bevölkerung von Neocron noch immer an einer Krankheit, deren Ursprünge in Strahlungsschäden zu suchen sind. Regant möchte den Schild verbessern und bittet den mittlerweile 65-jährigen Ceres um eine Kopie der Ceres-Disks. Er möchte sein Wissen über Magnetschilde vertiefen. Überraschend verweigert ihm Ceres dies und weist Regant darauf hin, dass er seinen Vater vor weiterem Blutvergießen gewarnt habe. Laut Ceres kann es zwischen Neocron und York weder Freundschaft noch Partnerschaft geben.Verwirrt besteht Regant auf seinem Recht, die Ceres-Disks einzusehen. Er betont, dass ihr Auffinden immerhin seinem Vater zu verdanken sei. Doch Ceres beharrt auf seinem Standpunkt. Regant bleibt nicht anderes übrig, als den Plan aufzugeben.

2575
Eine tödliche Virusinfektion rafft Tausende Einwohner Neocrons dahin. Die Ärzte der Stadt sind hilflos und sogar die PSI-Mönche, die ihre außergewöhnlichen Heilungsmethoden zur Verfügung stellen, stehen vor einem Rätsel. Wieder wendet sich Regant an Ceres und bittet erneut darum, die Disks einsehen zu dürfen, um einen Wirkstoff gegen die Seuche zu finden. Doch Ceres behauptet, die Seuche sei eine Strafe des Gottes des Blendenden Lichts, der Neocron für das sinnlose Blutvergießen richtet. Daraufhin erklärt der junge Regant, dass es bald noch viel mehr Blutvergießen geben wird. Er beginnt, seine Truppen auf einen Krieg gegen die Kuppel von York vorzubereiten.

2576
Es gelingt Regant und Ceres nicht, sich friedlich zu einigen. Regant befiehlt den PSI-Mönchen, ihr Wissen über Gentechnik, das sie sich hauptsächlich im Kampf gegen die Virusinfektion erworben haben, zur Züchtung einer stärkeren und widerstandsfähigeren Kriegerrasse einzusetzen. Die PSI-Mönche, die sich seit Thors Eroberung von Neocron und der Einführung der neuen Doktrin mit Gentechnik befasst haben, widmen sich dieser Aufgabe mit großer Hingabe. Schon nach wenigen Monaten haben sie einen Prototyp entwickelt, dem sie den Namen GenTank geben. Der GenTank kann innerhalb kürzester Zeit als voll ausgebildeter Krieger hergestellt werden und besitzt alle von Regant geforderten Eigenschaften. Überdies entwickeln Regants Wissenschaftler neue, bewaffnete Fahrzeuge nach dem Muster der Militärpanzer aus dem 22. Jahrhundert.

Auch Ceres befiehlt seinen Forschern, an neuer militärischer Ausrüstung zu arbeiten. Sie fertigen ein neuartiges Lauf-Fahrzeugan: einen starken Metallriesen, der mit zahlreichen Waffen bestückt ist und von einem künstlichen Gehirn gesteuert wird. Die Entwickler geben dieser neuartigen, voll automatisierten Waffe den Namen WarBot. Überdies arbeiten sie an einem neuen Massenvernichtungssystem nach dem Muster der ehemaligen Atombombe.

2577
Noch einmal bittet Regant Ceres, ihm Zutritt zu den Disks zu gewähren. Seiner Meinung nach sollte das auf den Disks gespeicherte Wissen der ganzen Menschheit zur Verfügung stehen.

Er stellt Ceres das Ultimatum, die Disks bis zum Jahresende allgemein zugänglich zu machen. Andernfalls würde er mit Gewalt dafür sorgen, dass das Wissen auf den Disks jedem offen steht.

2578
Ceres erklärt die Disks zu seinem persönlichen Besitz und deutet an, dass Neocron bereits mehr als ausreichend von dem Wissen profitiert hat. Regant bringt seine Armee aus GenTanks in Stellung, rüstet sie mit schweren Waffen und gepanzerten Fahrzeugen aus und greift die Kuppel von York an. Regants Strategie beruht auf einem schnellen, kräftigen Militärschlag gegen Ceres, doch hat er die Verteidigungsmechanismen der Kuppel unterschätzt. Im Gebiet rings um die Stadt wimmelt es von Minen und Selbstschussanlagen; und diejenigen GenTanks, denen es gelingt, die schützende Mauer zu durchbrechen, sehen sich einer Armee von WarBots gegenüber.

2578-2585
Was als kurzer Militärschlag geplant war, wird der längste militärische Konflikt in der Geschichte der neuen Welt. Während Ceres seine bewaffneten Krieger auf das Schlachtfeld schickt, bereiten die PSI-Mönche einen Tank nach dem anderen vor und die Fabriken erzeugen Tausende von Hovertanks.

Die Städte sind von Schlachtfeldern umgeben, als Ceres’ Wissenschaftler eine auf der Atombombe beruhende Waffe entwickeln. Sie soll ungeschütztes organisches Gewebe vernichten, die mobilen Waffen jedoch unbeschädigt lassen: Die WarBots sind von einem besonderen Schutzschild umgeben. Ceres zündet seine Bombe über den Schlachtfeldern zwischen den beiden Städten. Tausende genetisch gezüchteter GenTanks fallen der Bombenstrahlung zum Opfer. Ceres droht, die Bombe auch über Neocron zu hochgehen zu lassen, falls seine Feinde sich nicht innerhalb einer Woche ergeben. Doch er weiß nicht, dass die PSI-Mönche die neuen Schilde der WarBots bereits kopiert und in eine neuartige Rüstung eingebaut haben. Dieser Kampfanzug wurde in Abwandlung von Technologien entwickelt, die zerstörten oder gefangenen Ceres-WarBots entstammten. Er verbessert die Reflexe und Fähigkeiten der GenTanks noch weiter, so dass die nächste Generation GenTanks, die man aufs Schlachtfeld schickt, ausreichend abgeschirmt ist.

Aufgrund dieses Schutzes und dank ihrer durch die Rüstungsanzüge abermals drastisch verbesserter Effizienz und Kraft bezwingen die GenTanks Ceres’ Krieger und WarBots. Sie besetzen die Kuppel von York. Die Regierung wird gestürzt und Ceres öffentlich hingerichtet. Regant beschlagnahmt sämtliche Ceres-Disks und beginnt, das darauf gespeicherte Wissen der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Außerdem beruft er aus seinen eigenen Reihen einen neuen Regenten, der den Wiederaufbau der Kuppel überwachen soll.

2587-2610
Die Strahlenverseuchung im Land zwischen der Kuppel von York und Neocron ist gewaltig. Selbst mit dem bestmöglichen Strahlenschutz kann man die Entfernung zwischen beiden Städten nicht ohne bleibende Schäden zurücklegen. Dies führt während der folgenden Jahre zur isolierten Entwicklung der Städte.

Das verstrahlte Gebiet am Rand und außerhalb der schützenden Kuppel wird Wastelands genannt. Der an die Wastelands angrenzende Distrikt von Neocron ist die Outzone oder Außenzone. Zwar ist die Outzone vor Strahlung geschützt, doch üben ihre zahlreichen, unübersichtlichen Einrichtungen und Gebäude einen unleugbaren Reiz auf kriminelle Elemente aus. Zu den inneren Stadtvierteln gehören der Pepper Park, ein Vergnügungs- und Rotlichtviertel, die Plaza, das eigentliche Stadtzentrum, sowie Via Rosso, das Regierungs- und Finanzzentrum.

Es herrschen friedliche Zeiten, in denen Forschung und Wohlstand blühen. Die PSI-Mönche, denen Neocron letzten Endes den Sieg über Ceres verdankt, haben den militärischen Oberbefehl übernommen.

Es findet keine genetische Weiterentwicklung der GenTanks statt. Nach Meinung der PSI-Mönche kann eine Kampfeinheit aus organischem Gewebe nicht die optimale Lösung sein. Die bereits existierenden GenTanks werden sich selbst überlassen. Ähnlich wie die PSI-Mönche bleiben auch die GenTanks meist unter sich. Dennoch gelingt es ihnen, sich einigermaßen in die Gesellschaft zu integrieren. Sie nehmen Bewachungsaufträge an, arbeiten als Leibwächter und schaffen sich einen Platz im sozialen Gefüge. Doch zieht es die GenTanks nie in die Dienste der regulären Polizei.Regant, der schwer unter den Auswirkungen der Strahlenkrankheit leidet, verliert offenbar an Einfluss und die gut organisierten PSI-Mönche steigen allmählich zur geheimen Macht Neocrons auf. Der Nachrichtendienst NSD, der einst unter Crahns Herrschaft gegründet wurde, kontrolliert die Aktivitäten der Polizei und seine Macht wächst stetig. Der NSD eröffnet Internierungslager in den Wastelands, wo politische Gegner gefangen gehalten und gefoltert werden.

2611
Regant stirbt. Sein von ihm bestimmter Nachfolger wird bald darauf ermordet aufgefunden. Sofort ergreifen die PSI-Mönche die Macht in Neocron. Sie erlassen harte Gesetze, tun aber auch viel für den Fortschritt der Stadt. Inzwischen ist das gesamte Wissen der Ceres-Disks praktisch angewandt worden – bis auf die Raumfahrt. Auf manchen Gebieten hat der Fortschritt das theoretische Wissen sogar schon überholt.

2618
Zum ersten Mal gelingt es, eine Verbindung zu den alten Satelliten herzustellen, die seit Jahrhunderten in der Erdumlaufbahn kreisen. Erstaunlicherweise sind über die Hälfte der Satelliten immer noch funktionstüchtig. Mit Hilfe der Satelliten stellen die Mönche fest, dass auf dem anderen Erdteil, der aus dem ehemaligen Ostasien entstanden ist, eine weitere Stadt gebaut wird. Doch da sich diese Stadt auf der anderen Seite der Erde befindet, kann man mit normalen Fahrzeugen unmöglich durch die strahlenverseuchten Gebiete bis dorthin vordringen. Durch die Ceres-Disks wissen die PSI-Mönche auch über die Marskolonie Bescheid. Der Rat der PSI-Mönche beschließt, ein Raumschiff zu entwickeln, um die Erdatmosphäre zu verlassen, der tödlichen Strahlung zu entfliehen und die asiatische Stadt über eine Umlaufbahn zu erreichen. In einer zweiten Phase soll ein Raumschiff entstehen, das bis zum Mars reisen kann.

2630
Nach zwölf Jahren Arbeit steht der Stadt zum ersten Mal ein Raumschiff zur Verfügung, das die Erdatmosphäre verlassen und auf einer Umlaufbahn reisen kann. Eine Mannschaft wird ausgesandt, die neu entdeckte Metropole zu besuchen. Die Besucher sind von der hohen technischen und kulturellen Stufe der dortigen Entwicklung überrascht. Genau wie in Neocron beruht auch die Schutzkuppel von Tokio II auf einem raffinierten Magnetschild. Doch machen die beiden Schilde auch eine Funkverbindung zwischen den Städten unmöglich. Die Asiaten reagieren sehr unfreundlich auf das Eintreffen der Fremden und sind an weiterem Kontakt mit der westlichen Welt nicht interessiert. Es gelingt der Mannschaft nicht, herauszufinden, wie sich die Einwohner von Tokio II das Wissen der westlichen Welt angeeignet haben. Schon nach wenigen Tagen Aufenthalt wird die Mannschaft eines Morgens von Soldaten geweckt und zu ihrem Raumschiff geleitet. Ohne viel erreicht zu haben, reisen sie nach Neocron zurück. Nachdem sie den PSI-Mönchen Bericht erstattet haben, beschließen diese, Tokio II zu ignorieren und sich auf das Raumfahrtprogramm zu konzentrieren.

2633
Eine Gruppe junger Wissenschaftler fühlt sich in ihrer Arbeit von den PSI-Mönchen zu sehr eingeengt und beschließt, die Stadt zu verlassen. In den Wastelands errichtet sie einen kleinen, vor Strahlung geschützten Stützpunkt.

2636
Nach dem Oberhaupt des PSI-Rates Shirkan genannt, startet im September ein Raumschiff zum Mars. Die Reise dauert neun Monate.

2637
Die Astronauten entdecken die Überreste der mehr als 500 Jahre alten Marskolonie Terra Rot. Aus Aufzeichnungen entnehmen sie, dass die Kolonie im Jahr 2212 einem unbekannten Virus zum Opfer gefallen ist. Mit Hilfe der Logbücher kann die Mannschaft der Shirkan die Verzweiflung der Kolonisten nachvollziehen, als diese mit ansehen mussten, wie die Erde vom dritten Weltkrieg beinah völlig zerstört wurde – nicht ahnend, dass sie, hätten sie nur den Grund für die Katastrophe gekannt, den schrecklichen Krieg ganz leicht hätten verhindern können:

Am 13. Februar 2134 empfängt Terra Rot den Notruf eines Raumschiffs namens Starcruiser. Angeblich wurde das Schiff von Meteorsplittern getroffen, die die Sensoren und Langstreckenkommunikation beschädigten. Deshalb kann die Mannschaft der Starcruiser keine Funknachricht zur Erde schicken, doch sie hat bereits mit der Reparatur begonnen. Die Mannschaft bittet Terra Rot, diese Nachricht an die Bodenkontrolle in Peking weiter zu leiten.

Da man in Terra Rot jedoch nichts vom Start der Starcruiser gehört hat, und da sich in dem Gebiet zwei Kampfflugzeuge befanden, die die Existenz des Schiffes nicht bestätigen, hält die Befehlszentrale von Terra Rot die Nachricht für einen Scherz der Patrouille und ignoriert den Notruf. Und so nahm das Verhängnis seinen Lauf.

Ferner erfahren die Astronauten von dem Versuch, die Marsatmosphäre durch Gabanium in Atemluft zu verwandeln. Doch berichten die Logbücher, dass das Gabanium die Entwicklung des tödlichen Virus auf dem Mars begünstigt hat und das Experiment deshalb abgebrochen werden musste. Einige Tage später entdeckt die Mannschaft der Shirkan, dass Terra Rot ständig eine Hypercom-Nachricht empfängt. Sie stammt von der Besatzung der Starcruiser. Der Inhalt der Nachricht, die alle drei Stunden in der Kolonie eintrifft, besagt, dass das Generationen-Raumschiff auf Irata III eingetroffen ist, dass das Gabanium-Experiment die Atmosphäre des Planeten nach Plan umgewandelt hat und dass man dort seit Generationen auf neue Anweisungen wartet.

Abgesehen von diesen wichtigen Einblicken in die Geschichte der Menschheit und in den Ausbruch des dritten Weltkrieges birgt die Mannschaft auch verschiedenste technische Geräte. Als die Shirkan nach zweiwöchigem Aufenthalt wieder vom Mars startet, reicht die Beute vom Mini-Holodisk Abspielgerät zur VR-Videospiel-Konsole. Auch das Metall, das die für den Schmelzantrieb benötigten Elemente enthält, wird in großen Mengen zur Erde gebracht.

Die Neuigkeit über den kolonisierten Planeten Irata III verbreitet sich rasend schnell in Neocron. Die Regierung beschließt, Raumschiffe zu entwickeln, um die Entfernung von 80 Lichtjahren bis zu diesem Planeten zurückzulegen.

2654
Nach fast 20 Jahren Arbeit steht die Avenger in Neocron bereit; ein Raumschiff, das innerhalb von 90 Jahren 2.000 Menschen nach Irata III bringen soll. Die Besatzung führt auch die nötige Ausrüstung mit, um eine Kommunikationsanlage auf Irata III herzustellen, die den ständigen Kontakt zur Erde und zum Mars gewährleisten soll.

2660
Die Kolonie Terra Rot wird wieder in Betrieb genommen. Der Bau einer riesigen Kommunikationsanlage beginnt.

2684
Nach einer gewaltigen Explosion in den Wastelands kursieren Gerüchte über versteckte Labore dort draußen, in denen angeblich geheime Waffen und Verteidigungssysteme erforscht werden. Man sagt, dass die PSI-Mönche diese Labors betreiben, um im Fall eines Aufstandes ihre Herrschaft mit Gewalt zu halten.

2722
Die Kriminalitätsrate in Neocron schnellt in ungeahnte Höhen. Die Bürger beschuldigen die PSI-Mönche, trotz ihrer harten Führung die Lage nicht mehr unter Kontrolle zu haben. Lioon Reza, ein wortgewandter Ex-Geheimdienstler, sammelt eine Gruppe Terroristen um sich, die sich zum Ziel gesetzt haben, die Regierung zu stürzen und die Gesetze der Stadt zu reformieren.

2724
Nach einem fehlgeschlagenen Versuch, das mächtige Regierungsgebäude im Plaza- Distrikt zu übernehmen, gelingt es Lioons Truppen, die Regierungsmitglieder zu überraschen und aus der Stadt zu verbannen. Die in der Stadt verbliebenen PSI-Mönche werden zwar toleriert, dürfen sich aber weder versammeln noch in der Politik tätig werden. Viele PSI-Mönche aus der ehemaligen Regierung ziehen sich in die alte Crahn-Abtei in die Wastelands zurück.

2725
Lioon wird der neue Diktator von Neocron. Er führt das CopBot-System in der Stadt ein. CopBots sind zugleich Polizisten und Richter und können deshalb rigoros gegen Gewalt und Verbrechen vorgehen. Die Gesetze werden stark vereinfacht und die Strafen empfindlich erhöht.

2727
Nach einem Aufstand im alten Distrikt beschließt Lioon, den Einsatz der CopBots auf die inneren Stadtgebiete von Neocron zu konzentrieren. Infolge dieser Entscheidung verkommen die äußeren Stadtgebiete, vor allem die Outzone, rasend schnell. Wieder werden die Gesetze verschärft. Die einzige Strafe für eine kriminelle Handlung ist sofortige Hinrichtung. Jede aggressive Handlung ist straffähig. Wer in den inneren Stadtbezirken offen eine Waffe trägt, wird (nach einmaliger Verwarnung) mit dem Tod bestraft. Überall in der Stadt werden Überwachungssysteme installiert, die vor allem die inneren Bezirke, Plaza und Via Rosso, schützen sollen.

2740 Die Avenger landet auf Irata III. Terra Rot 2, die neue Marskolonie, stellt den Kontakt zu Irata III her. Offenbar haben die Reisenden der Avenger auf dem Planeten ein Paradies entdeckt: Irata III ist mit Wäldern und Ozeanen bedeckt. Die Chinesen haben aus Holz und Stein eine Stadt gebaut und auf den Namen Typherra getauft. Die Neuankömmlinge werden freundlich aufgenommen, doch die Nachrichten von der schrecklichen Zerstörung der Erde entsetzen die Einwohner. Da der Planet so groß ist, bieten die Typherreaner an, noch mehr Menschen aufzunehmen.

2742
Die Neuigkeit von den paradiesischen Zuständen auf Irata III verbreitet sich rasch in Neocron. Lioon Reza beschließt, Irata III zu bevölkern und die Bewohner des Planeten zu unterwerfen. Er verspricht denjenigen Einwohnern von Neocron, die sich seinen Truppen und seinem Zug anschließen, ein Leben im Wohlstand. Die meisten Menschen haben genug von missgestalteten Kindern, verstrahltem Wasser und der allgemeinen Hoffnungslosigkeit auf der verseuchten Erde und schließen sich Lioons kosmischem Treck gern an.

2743
Aus ungeklärten Gründen bricht der Kontakt mit Irata III plötzlich ab. Terra Rot 2 schließt eine technische Fehlfunktion der Kommunikationsanlage aus. Dennoch bleibt der Plan für die Große Odyssee bestehen, wenn auch Lioon beschließt, auf der Erde zu bleiben.

2746
Die große Odyssee beginnt. Vierzig Raumschiffe, gebaut nach dem Vorbild der Avenger und der Starcruiser, beginnen ihre Reise nach Irata III. Dank Umgestaltung kann jedes Schiff 8.000 Passagiere an Bord nehmen, so dass 320.000 Menschen die Stadt verlassen können. Sechs Monate später heben zwanzig weitere Raumschiffe ab. Doch das ist erst der Anfang. Fast täglich starten neue, meist viel kleinere Schiffe. Die Tatsache, dass der Kontakt mit Irata III nun seit fast einem Jahr unterbrochen ist, scheint das Wunschdenken und den Glauben an das neue Paradies nur zu verstärken.

2747-2749
Nachdem sich so viele Einwohner Neocrons auf die lange Reise nach Irata III gemacht haben, sind in der Bevölkerung beträchtliche Lücken entstanden. Kriminellen Elementen erschließen sich ungeahnte Möglichkeiten. Da die Auswanderer den Großteil ihres Besitzes zurücklassen mussten, beschließt die Regierung, diesen für eigene Zwecke zu beschlagnahmen. Doch viele andere möchten ebenfalls von den zurückgelassenen Besitztümern profitieren, die von alltäglichen Gebrauchsgegenständen bis zu ganzen Gebäuden reichen. Die ‚Rückaneignungen’ der Regierung werden immer öfter von Kriminellen und Banden gestört. Besonders ein Verbrecher namens Trevor Denton tut sich bei der Organisation von Überfällen auf zurückgelassenes Eigentum hervor. Durch kluge Bündnisse zwischen verschiedenen kriminellen Organisationen, schließlich sogar zwischen Mitgliedern der Mafia und der Yakuza, behindert er die Fortschritte der Regierung auf diesem Gebiet erheblich und häuft selbst ein beträchtliches Vermögen an. In der Hauptsache beruht sein Erfolg darauf, dass er niemandem außer sich selbst die Treue hält, weshalb er auch jeden Verbündeten verrät, sobald ihm dies gewinnbringend erscheint. Am Ende seiner kurzen Karriere ist Trevor Denton der meistgesuchte Mann in Neocron und wird schließlich von einem seiner vielen Verfolger getötet. Um zu verhindern, dass eines von Trevors Kindern die Organisation übernimmt, in der sie alle recht hohe Stellungen bekleiden, verhaftet die Regierung Trevors Kinder und lässt sie entweder hinrichten oder stellt sie für wissenschaftliche Experimente zur Verfügung. Zwei der Söhne, Xav und Zeke, werden begnadigt, nachdem sie mehrere Versuchsreihen überlebt haben. Xav ist für den Rest seines Lebens entstellt, während Zeke Denton den Großteil seines Gedächtnisses verloren hat.

2750
Die Odysseen haben im Antlitz von Neocron ihre Spuren hinterlassen. Verlassene Gebiete und der Zusammenbruch der Raumfahrt-Industrie gehören zu den harmloseren Folgen. Lioon verstärkt den Einsatz der CopBots, um die in der Stadt verbliebenen Menschen an Plünderungen und anderen Übergriffen zu hindern; doch besonders in unübersichtlicheren Stadtgebieten wie dem Pepper Park und der Outzone haben die CopBots wenig Erfolg.

Als nach vier Jahren der abgebrochene Kotakt zu Irata III noch immer nicht wieder hergestellt werden kann, erlischt Lioons Interesse an Irata III. Die Schiffe werden nicht vor 2840 auf Irata III eintreffen und er, im Gegensatz zu den tiefgefrorenen Passagieren auf den Generationen-Schiffen, seine maximale Lebenserwartung bis dahin weit überschritten haben. Lioons Einsicht schlägt sich deutlich in seinem verstärkten Engagement für die Sicherheit der Stadt und für seine Regierungspflichten nieder.
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